Wertpapiere und Derivate, das klingt für viele nach Zockerei und undurchsichtigen Transaktionen. Tatsächlich können sich hinter diesen Begriffen einfache Dinge wie eine Bundesanleihe verbergen. Fluggesellschaften können sich mit Derivaten gegen steigende Ölpreise absichern oder Schuldner gegen steigende Zinsen. Die Einsatzgebiete sind vielfältig, und die Grenzen zwischen Absicherung und Spekulation gelegentlich fließend.
Vor Gericht landen naturgemäß eher die Derivate, die einer Seite hohe Verluste bescheren. Hierzu gehört auch der sogenannte CMS Spread Ladder Swap, über den 2011 der BGH entschied. Die Ille Papier-Service GmbH – bekannt durch ihre Papierhandtücher auf öffentlichen WCs – hatte diesen mit der Deutschen Bank abgeschlossen. In diesem Vertrag war geregelt, dass die Ille GmbH einen sehr komplexen Zinssatz bezahlt, der sich aus der Differenz eines lang- und kurzfristigen Interbankenzinssatz (CMS Spread) sowie dem Zinssatz der Vorperiode (Ladder) ergibt. Dieser Zinssatz wurde in der Folge sehr hoch, da der Abstand zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen in Folge der Finanzkrise immer kleiner wurde. Der BGH sprach der Ille GmbH Schadenersatz zu, da die Bank nicht über den negativen Marktwert des Derivats aufgeklärt hat, den sie in die Zinsformel einstrukturiert hat.
Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wertpapiere und Derivate stehe für Gerichtsgutachten für alle Facetten dieses Sachgebiets zur Verfügung. Durch meine mathematische Ausbildung sind mir hier insbesondere Bewertungen und Risikoberechnungen auch komplexer Derivate möglich. Auch in der Untersuchung von Zertifikaten, geschlossenen Fonds, Krediten oder Prämiensparverträgen verfüge ich über eine umfangreiche Gutachtenerfahrung.